2016-02-03 20:39:26
Dalia Grinkevičiūtė: Aber der Himmel - grandios
































Lesungsperformance – das Tagebuch einer Unbeugsamen – ein Pendant zu Anne Franks Tagebuch – Erinnerungen einer 14/15 jährigen an den Alltag in der sibirischen Verbannung.

Vytene Muschick (Lesung), Yamile Cruz Montero (Klavier),Christos Asonitis (Schlagzeug), Schüler Klavierklasse Alfred Hermann,Sibirien - Fotos von Juozas Kazlauskas.

Das Tagebuch der Anne Frank und das Tagebuch von Dalia Grinkeviciute können in einem Atemzug genannt werden. Nazideutschland auf der einen Seite - stalinistischer Gulag auf der anderen Seite.
2014 hat Vytene Muschick den Text für den Verlag Matthes & Seitz Berlin unter dem Titel "Aber der Himmel - grandios" neu übersetzt und wird ihn an diesem Abend vorstellen. Die Lesung wird von Yamile Cruz Montero und Christos Asonitis musikalisch untermalt.

Zwei Termine mit dem gleichen Programm:
M7906 Donnerstag, 03.03.2016, 19.00 - 21.00 Uhr,Erding, Auferstehungskirche Altenerding,
Wendelsteinstr. 12 Gebühr: 12,00 EUR

Freitag, 04.03.2016, 19:00 – 21:00 Uhr,München, Haus des Deutschen Ostens,
Am Lilienberg 5 Gebühr: 12,00 EUR

Karten für VHS Erding können unter Telefon: 08122 9787-0 bestellt werden oder Anmeldung unter infoinsel(@)vhs-erding.de. Kurs M 7906. Karten auch an der Abendkasse erhältlich. Karten für Haus des Deutschen Osten am 4. März nur an der Abendkasse erhältlich.
 
 
Matthes & Seitz Verlag, Berlin 2014. 206 Seiten, aus dem Litauischen von Vytene Muschick. ISBN 978-3-88221-387-4.

Verlagsinfo:
Nach der Annektion Litauens 1941 wird Dalia Grinkevičiūtė zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von den Sowjets nach Sibirien deportiert. Ihre Jugendjahre verbringt sie in der Verbannung im Altai Gebiet und in der Arktis. 21-jährig gelingt Grinkevičiūtė die Flucht. Zurück in Litauen schreibt sie ihre Erinnerungen an die Verbannung in großer Eile auf lose Blätter und vergräbt sie aus Angst vor der Entdeckung durch den KGB in einem Einweckglas im Garten. Kurz darauf wird sie vom KGB verhaftet und erneut deportiert. Nach ihrer Entlassung bleiben die Erinnerungen verschollen, erst nach Dalia Grinkevičiūtės Tod werden die Aufzeichnungen wie durch ein Wunder 1991 gefunden. Die lose Blattsammlung ist zu einem der wichtigsten Dokumente der litauischen Geschichte geworden und zeigt mit ungeheurer Sprachgewalt das Schicksal eines 14-jährigen Mädchens in der Verbannung auf.

Dalia Grinkevičiūtė, wurde 1927 in Kaunas, der provisorischen Hauptstadt Litauens, als Tochter eines hohen Beamten der Nationalbank geboren. 1941 wurde sie mit Mutter und Bruder aus Litauen an die Lenamündung verbannt. 1949 flieht sie mit der Mutter aus der Verbannung und verbringt 1949–1950 illegal in Kaunas, bevor sie erneut nach Sibirien deportiert werden. 1954 erfolgt die Entlassung. Nach einem Medizinstudium war sie ab 1960 als Ärztin tätig. 1977 wird ihr Antrag auf Emigration nach Frankreich abgelehnt. 1987 stirbt Dalia Grinkevičiūtė in Kaunas.